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Bildhauerin Paloma Riewe zieht ins Künstlerhaus

Landesverband Lippe vergibt Schwalenberg-Stipendium für Bildende Kunst 2019

Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2019 wird wieder eine Künstlerin im Künstlerhaus in Schwalenberg leben und arbeiten. Aus einer Vielzahl Bewerbern um das Schwalenberg-Stipendium hat sich die Jury für die Bildhauerin Paloma Riewe aus Hannover entschieden. Mitglieder der Jury waren: Anke Peithmann, Verbandsvorsteherin Landesverband Lippe, Barbara Luetgebrune, Kulturredakteurin der Lippischen Landeszeitung, Angela Josephs, Pressesprecherin der Firma Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Axel Plöger, freischaffender Künstler, Dr. Mayarí Granados, Kunsthistorikerin, Kulturagentur des Landesverbandes Lippe, Vera Scheef M.A., Kunsthistorikerin, Kulturagentur des Landesverbandes Lippe.  „Es hatten sich wieder hochkarätige Künstler aus ganz Deutschland sowie dem Ausland beworben – zum Beispiel aus Italien, Thailand, China. Die Wahl fiel diesmal auf eine bildhauerische Position, die Künstlerin Paloma Riewe, die mit ihren innovativen Installationen überzeugte“, so die Kunsthistorikerin Dr. Mayarí Granados, die bei der Kulturagentur des Landesverbandes Lippe für die Organisation des Stipendiums zuständig ist.

Paloma Riewe wurde 1988 in Berlin geboren. Sie studierte von 2009 bis 2015 freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig bei Michael Sailstorfer und Raimund Kummer und schloss ihr Diplom mit Auszeichnung ab. Im Jahr 2016 war sie Meisterschülerin bei Prof. Thomas Rentmeister an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Hannover.

In ihrer bildhauerischen Arbeit setzt sich Paloma Riewe mit Fragmenten der Natur auseinander, sie erforscht die Beziehung zwischen dem Menschen und der Natur. Dabei spielt sowohl der architektonische Lebensraum des Menschen eine Rolle, als auch die Natur, als Umgebung des Menschen, als Ausgangspunkt, als Sehnsuchtsort. Gerne verbirgt sie dabei narrative Elemente und kritische Positionen in ihren Arbeiten, die sich erst auf den zweiten oder dritten Blick erschließen.

Ein Beispiel ist die Arbeit „Floß“ aus dem Jahr 2017/2018, das hunderte aus Papier gedrehte Stäbe– hier verarbeitete die Künstlerin die Buchseiten des gesamten Zeit-Lexikons – auf einer über dem Boden schwebenden Holzplatte aufreiht.  Auf einer Fläche von 110 x 440 x 200 cm entsteht so ein dichter Wald aus Papierstäben, der nur schwer den Blick ins Innere zulässt. Dort befindet sich eine Keramikschale, deren schwarze Glasur die Textur einer spiegelglatten Wasseroberfläche imitiert.

Neben der plastischen Arbeit bildet das Zeichnen einen Hauptbestandteil des künstlerischen Schaffens von Paloma Riewe – als Ideensammlung und Vorzeichnung für ihre Modelle und Objekte, aber auch als eigenständige Kunstwerke.  Über die Zeichnung sammelt die Künstlerin Fragmente aus der Natur und Architektur, die sie zusammenfügt zu Erzählungen auf Papier.

Für ihren sechsmonatigen Aufenthalt in Schwalenberg strebt Riewe neben bildhauerischen Arbeiten und kleinformatigen Skizzen auch eine Serie aus großformatigen Zeichnungen an. Riewes bildhauerische Arbeiten entstehen immer ortsbezogen und werden zuvor von ihr im Modell entworfen und dem zur Verfügung stehenden Raum angepasst.

Paloma Riewe wird sich im Laufe des Stipendiums im Atelier mit Künstlergesprächen oder einem offenen Atelier interessierten Besuchern präsentieren, außerdem findet die Abschlussausstellung wieder im Robert Koepke Haus auf über 240 m² Ausstellungsfläche statt. Vom 27.09. bis 03.11. 2019 werden dort unter dem programmatischen Titel "Stipendiat & friends"  Arbeiten der Stipendiatin sowie 1-3 junge, zeitgenössische Positionen aus ihrem künstlerischen Umfeld gezeigt.